Nina Steinborn über traumasensible Beratung
Shownotes
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/mathias-furch/
Nina auf Instagram: https://www.instagram.com/chronisch.gut.beraten/
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00:00:04: Sick und Sin.
00:00:08: Der Podcast über Healthcare-Kommunikation Das Mikrofon auf dem Kaffer bekommt heute endlich mal die Bedeutung, die glaube ich mal angebracht ist, sondern da sind nämlich zwei Mikrofone zu sehen bzw.
00:00:25: zwei Personen, die vor zwei Mikrophonen sitzen sollen.
00:00:29: Und bisher habe ich es ziemlich... Entschlossen nach vorne gehalten und dann einfach selbst weiter geredet.
00:00:36: also ich denke sind bitte ich habe Ich mir irgendwie selbst die tue aufgehalten und bin irgendwie alleine durch gegangen.
00:00:40: damit ist es schluss.
00:00:42: denn nach den ersten folgen oder auch nach der Ankündigungen, dass sich diesen Podcast-Planer haben mir sehr viele Menschen geschrieben auf LinkedIn und auf Instagram mit ganz tollen Themen.
00:00:52: Ideen und erstaunlich oft auch Medizinten hinweisen sie könnten selbst gute Gäste sein.
00:00:59: manche haben sich im Grunde schon selbst eingeladen.
00:01:01: aber es finde ich ja ganz gut denn dieser Art von Eigeninitiative mag ich sehr gerne und es nimmt mir auch Arbeit ab.
00:01:09: also ich begrüße das sehr.
00:01:11: deshalb sitzt heute zum ersten Mal mir jemand gegenüber.
00:01:15: Das wird aber kein klassisches Interview, wir reden miteinander.
00:01:18: das ist mir ganz besonders wichtig dass ich das sage denn ich will neugierig sein und bleiben und ich frage nach und beantworte auch keine mal eine Frage und wir dürfen auch gerne um Wege nehmen.
00:01:28: ihr hört uns dabei zu also im normalen Leben wäre es vielleicht nicht ganz so höflich aber in so einem Podcast ist es natürlich auch das gesamte Geschäftsmodell.
00:01:36: Es bleibt dabei die Themen bei Sick entziehen, bleiben wir ernst.
00:01:39: Die Gespräche müssen uns aber nicht unbedingt sein.
00:01:41: dann beides hält sich erstaunlicherweise sehr gut aus in einem Raum und finden wir es doch gemeinsam heraus wie's funktioniert und wie ihr es findet und wenn ihr vielleicht auch mal selbst vorbei kommen wollt.
00:01:58: Mein erster Gast ist Nina Steinborn.
00:02:00: Ich will mal Starborn sagen, aber dazu zu einem Star machen wir dich noch, weil ich finde das wäre ein sehr guter Künstlername und begrüße dich hiermit!
00:02:09: Und wir haben vor paar Wochen und Monaten schon geschrieben und dann haben wir gemeinsam herausgefunden – ich glaube, dass macht Sinn wenn wir immer gemeinsam sprechen.
00:02:16: Dabei muss uns jemand zuhören, weil wir haben gemerkt du siehst es genauso?
00:02:20: Ich sehe das auch so.
00:02:21: Komm, das machen wir zusammen.
00:02:23: Nina, herzlich willkommen.
00:02:24: Schön, du bist mein erster Gas bei Sekenzine.
00:02:27: Ja, vielen Dank Matthias.
00:02:28: Danke schön!
00:02:29: Schöne Einleitung und eine spannende Idee für einen Namen.
00:02:33: vielleicht künftig mal
00:02:34: gucken.
00:02:36: Oder?
00:02:36: Genau also da kommt ein bisschen Papier auf Arbeit auf dich zu.
00:02:41: die Namen müssen geändert werden.
00:02:43: Nein ist aber... Also Steinborn das klingt auch schon so gut.
00:02:46: ich finde Vielleicht siehst du es aus wie.
00:02:48: es gibt ja Wörter Die geschrieben gut aussehen und die gesprochen gut klingen.
00:02:53: Und ich finde, das geht nicht immer beides zusammen.
00:02:55: Aber wir schweifen ein bisschen ab, obwohl ich mir das ja auch wünsche.
00:02:58: Nina du kennst dich mit chronischen und seltenen Erkrankungen aus denn du arbeitest als Beraterin und Coach für Menschen mit chronischem und selbenen Erkrankungen.
00:03:07: Du beschäftigst dich also oft mit den offenen Fragen natürlich die vielleicht für Außenstehende ja nicht immer so relevant sind oder die die nicht auf dem Schirm haben Und du lebst selbst, das darf ich sagen.
00:03:19: Seit der Kindheit an einer seltenen... Du lebst mit einer seldenen Nähneinkrankung, so wollte ich sagen und würde mal mit der ersten Frage beginnen?
00:03:30: Ich stelle dich noch einmal vor oder ich frage nicht wie geht es dir sondern mich für den Interessieren.
00:03:34: Aber ich habe mir gedacht die erste Frage muss jetzt sitzen.
00:03:36: bei meinem ersten Interview mit meinem ersten Gast was glaubst du denn?
00:03:40: welche Antwort erwartet dann die Gesellschaft?
00:03:43: wenn ich dich fragen würde Nina wie geht's dir?
00:03:48: Die Gesellschaft erwartet auf diese Frage eigentlich immer ein Gut.
00:03:52: Und dann kommt häufig ja noch ein Unselbst, also gut und wie geht's dir?
00:03:58: Oder danke gut!
00:04:00: Das ist eigentlich so der Standard auf dieser Frage, die vielleicht in den USA nach ein bisschen weniger sogar beantwortet wird als bei uns in Deutschland.
00:04:10: Gibt es manchmal tatsächlich auch eine Antwort darauf, wie es einem geht.
00:04:13: aber ich glaube das ist schon eher...
00:04:15: Ja genau Es kommt halt oftmals... Ja, genau.
00:04:21: Schlecht Menschen geht's immer gut.
00:04:22: Kommt vielleicht mal, könnte so eine deutsche Antwort auch sein und so.
00:04:28: Also hörst du da raus?
00:04:30: Auch dass man mit so einer Art Frage wie geht es dir?
00:04:34: oder mit der Betonung auch schonmal sagen kann jetzt möchte ich die Mitlatschiene fahren und Nina, wie geht's dir so?
00:04:42: Wenn man auch weiß, wie sehr du dich mit dem Thema selten Erkrankungen beschäftigst.
00:04:47: Ich denke das hängt ganz doll immer von der Situation und auch von der Person ab.
00:04:52: also wollen wir immer tief darüber sprechen wie es uns geht.
00:04:57: was ist das Setting was erwarten wir gerade?
00:04:59: Also treffen wir uns beim Bäcker und sind einfach freundlich oder treffen wir jemanden, wo wir uns sicher fühlen.
00:05:05: Ich denke Sicherheit ist ein Thema, wo ich heute auch noch ganz viel darüber spreche also fühle mich sicher um wirklich darüber zu sprechen wie es mir gerade geht.
00:05:12: Und die Frage bei einer chronischen Erkrankung ist ja auch immer die man ist ja immer krank also chronisch.
00:05:19: aber das heißt ja nicht dass man die Krankheit immer vordergründig bemerkt also dass sie immer auch grade ein thema für
00:05:26: einen ist Sollte zumindest so sein, deswegen ist dieser Ausdruck... Da haben wir schon viel gelernt.
00:05:31: Dass das wir sagen es leidet nicht jemand an irgendeiner Krankheit sondern man lebt mit dieser Erkrankung weil dazu gehört ja soviel mehr.
00:05:39: ganz genau Wir haben beide in unseren Gesprächen herausgefunden wofür wir uns eigentlich einsetzen ist natürlich das Patient Engagement diese Einbindung von Betroffene in unterschiedliche Formate.
00:05:49: oder wenn man einfach über ein Thema spricht dass man auch die mit einbezieht die es betrifft Und dass du wahrscheinlich auch schon ganz viele Fragen gestellt bekommen und das natürlich auch schon ... ... ganz viel beantwortet, hast dich auch dafür eingesetzt.
00:06:05: Dass Leute gehört werden, dass Betroffenen Stimmen gezeigt werden, ... ... dass sie mit eingebracht werden.
00:06:13: Wenn dir jetzt von außen, von der Industrie also von nicht betroffenen Fragen gestellt werden?
00:06:19: Welche Frage glaubst du, wird dir ständig gestellt zu deiner Arbeit aber auch zu deine Erkrankung?
00:06:25: Die Deine Meinung nach eigentlich am eigentlichen Thema vorbeigehen.
00:06:32: Also das sind häufig so kleine Formulierungen die mir auffallen.
00:06:38: ja also Du hast jetzt gerade gesagt Leben mit der Erkrankung Das ist auch eine Formulierung die ich gerne benutze.
00:06:44: was ich nicht besonders mag ist sowas leben trotz der Erkrankung.
00:06:47: Ja also da das sind so Kleine Stellschrauben, wo ich als Betroffene ganz schnell merke.
00:06:54: Ah ja!
00:06:57: Da komme ich gerade mit einer Welt-Inbürobung die nicht meine ist.
00:07:00: Also da bin ich mit jemandem im Gespräch der eigentlich nicht versteht in welcher Situation betroffener sind oder wenn so Formulierungen sind.
00:07:11: also ich sage mal in Anführungsstrichen gesunde Menschen sprechen über Erkrankte und sagen dann die.
00:07:18: Die Leute, diejenigen, die usw.
00:07:21: Also ich finde das immer sehr günstig wenn man wirklich über Betroffene spricht weil diese Dichotomie also dieser Zweigeteiltheit, die Vorstellung von es gibt dieses wir gesunde und die kranken Das kann man eben ausräumen, indem man nicht dieses Bier und die so sehr betont.
00:07:43: Und vor allem nicht nur betont sondern auch nicht denkt.
00:07:47: Sondern im Sinne von über wen sprechen wir?
00:07:49: Wir sprechen über Betroffene.
00:07:50: Da ist die Gesellschaft auch ganz schnell dabei zu beurteilen weil für diese ist es natürlich einfacher.
00:07:55: Für die jetzt fange ich genau schon an aber das ist natürlich einfache bei Erkrankungen selten erkrankung chronisch erkranken wie auch immer die sichtbar sind.
00:08:03: Ich glaube da ist es dann noch einfacher zu sagen ja die dort eine sichtbare Erkrankung haben.
00:08:10: Aber ganz oft haben wir natürlich auch Erkankungen, die still sind und leise sind, die nicht sichtbar sind.
00:08:15: Und sie sich unterschiedlich ausprägen.
00:08:18: Von daher gibt es wahrscheinlich kein ... Die-und-wir oder wie auch immer.
00:08:25: von daher ist das ... Ganz spannend.
00:08:29: also Kommunikation beziehungsweise ich glaube wir werden da besser?
00:08:36: Oder auch die Frage werden wir besser dass wir auch so Formulierungen von Betroffenen oder wie sie es für uns einordnen, langsam annehmen.
00:08:45: Dass sich dadurch auch etwas bessert, dass wir sensibilisierter sind und mehr Awareness haben für unterschiedliche Krankungen.
00:08:54: Glaubst du das?
00:08:55: Wir werden dort in der Kommunikation besser.
00:08:57: Absolut!
00:08:59: Ja... Das werden wir alle miteinander und ich denke, da lernen wir auch gemeinsam also sowohl Betroffene als auch weiß nicht Fachleute vielleicht.
00:09:12: Und ich finde es wichtig dass wir auch weiter im Gespräch bleiben denn es wird auch kein Ergebnis geben was irgendwann fertig ist.
00:09:20: Also die einen sagen, sie wollen den Begriff Behinderung finden und möchten ihn nicht genutzt haben.
00:09:26: Oder Menschen mit Behinderungen oder Menschen mit Lernschwierigkeiten.
00:09:30: also es gibt da auch ganz viele verschiedene Bedürfnisse und ich denke das wird auch immer so bleiben.
00:09:36: wichtig ist es denke ich dass wir im Gespräch miteinander bleiben und dass wir auch individuell gucken vielleicht auch durch Vorgespräche also gerade wenn's auch um Moderationen geht wie einfach geplant ist vorher Rechen und sagen, was ist dir wichtig?
00:09:50: Wie möchtest du das gerne formuliert haben.
00:09:53: Wie passt es für dich gut?
00:09:54: wie fühlt es sich gut an?
00:09:55: weil es ist einfach auch super individuell so wie wir alle individuell sind.
00:10:00: Ja ja ich denke auch dass Thema wird nie gelöst sein sondern Hauptsache ist das wir überhaupt mit den Menschen sprechen Und vielleicht ist dann auch eine Formulierung oder der richtige vermeintlich richtig richtige Begriff Vielleicht nicht ganz so wichtig wie die Geschichte der Betroffenen Verschieße was ich meine.
00:10:15: also das wäre hauptsache denen Individuen zuhören und eine Bühne geben, die wir ja auch manchmal zur Verfügung stellen.
00:10:26: Und das wäre immer wichtig dann lieber mit dem Menschen zu sprechen als jetzt in den ganzen Vorträgen wo keine Betroffenen auf der Bühnen sind.
00:10:34: Es gibt ganz viele Formate wo das noch so ist von nur über die gesprochen wird Und dafür sucht man dann vielleicht kampfhaft, den richtigen Begriff zu verwenden oder die richtige Bezeichnung.
00:10:43: Dann denke ich mir so, sprich doch lieber mit deinen Leuten, dann wird dich schon herausfinden was für die Person gerade das Richtige ist?
00:10:49: Ja absolut genau und das ist wirklich auch der Grund warum wir heute auch miteinander sprechen.
00:10:54: also mein Credo es immer dass was die Behindertenhilfe oder die behinderten Bewegung vielmehr schon seit Jahrzehnten fordert nämlich nichts über uns ohne uns.
00:11:04: ja und das klingt so einfach und das is im Grunde auch so einfach Und das wünsche ich mir, dass überall – und das ist ja nicht nur bezogen auf Menschen mit Erkrankung oder Behinderungen.
00:11:14: Sondern überall wo es um Menschen geht, mit bestimmten Eigenschaften, dass diese Menschen auch mit einbezogen werden weil sie einfach eine riesige Expertise haben.
00:11:24: Das ist so schade darum wenn man die nicht nutzt und dann im Nachhinein denkt ach hätten wir mal vielleicht das und das noch besser gemacht.
00:11:30: Es ist auch so verschwendetes Potenzial und deswegen freue ich mich total.
00:11:34: Total!
00:11:36: Total und auch gerade im Bereich von seltenen Erkrankungen nützt es ja auch anderen Betroffenen was.
00:11:42: Es gibt ja auch manchmal Hürden, wo man nicht ganz so schnell mit anderen Betroffene sprechen kann.
00:11:46: Von daher ist das ja auch eine verbindende Situation.
00:11:51: Wir haben die Fähigkeit da durch zu vernetzten und einfach auch Erkankungen, Geschichten sichtbar zu machen.
00:11:58: Also du bist als Coach- und Beraterin unterwegs und Nina Wann kann dann eine chronische Erkrankung traumatisch sein?
00:12:07: Ja, also beim Trauma, beim Psychotrauma.
00:12:11: Da sprechen wir von einer Stresssituation die höchste Stresssituation ist, die wir überhaupt nur haben können.
00:12:19: Die ist so angstbesetzt und lebensbedrohlich dass unsere Überlebensfähigkeit oder unsere Überlebenstechniken uns nicht mehr weiterbringen.
00:12:28: Also Kampfflucht und
00:12:30: Erstarren.
00:12:32: Und jetzt ist es nicht so das Menschen mit chronischen Erkrankungen und Binderung alle traumatische Erfahrungen gemacht haben.
00:12:41: Und trotzdem, wenn wir in diesem Bereich von Stress gucken, dann finde ich das sehr relevant... Also es ist schon so, dass auch viele Patienten mit denen ich zu tun habe, dass sie tatsächlich erzählen, Sie haben eine PTBS also eine posttraumatische Belastungsstörung, also eine langfristige Reaktion aufgrund einem traumatischen Erlebnis.
00:13:01: Es gibt schon tatsächlich viele aber jetzt keine grundsätzliche Erkrankungen, die Menschen mit chronischen Erkranken unbedingt auch noch haben.
00:13:12: Es ist aber schon so dass sie besonders gefährdet sind so etwas zu entwickeln entweder aufgrund von ganz großen traumatischen Erfahrungen zum Beispiel mit der Erkrankung oder aber auch dadurch das sie immer wieder sehr belastende stresshafte Erfahrung machen und sich ihr Organismus zwischendurch nicht regenerieren kann.
00:13:33: ja und dadurch kann man sich vorstellen staut sich ebenso diese Stressbelastung mit der Zeit immer mehr an.
00:13:41: Und deswegen ist es wichtig, dass wir über Stress sprechen.
00:13:44: also wir haben es allermeistens mit Menschen zu tun die sehr sehr hohen Stresspegel haben und gerade bei solchen Veranstaltungen die oft mit sehr viel Unsicherheit einhergehen aus verschiedenen Gründen kann man nochmal drauf eingehen.
00:13:56: Also Sicherheit und Unsicherkeit die beiden großen Themen.
00:14:01: Gerade deswegen ist das eben so wichtig, Wir wissen, wir haben Menschen die unter Stress sind.
00:14:09: Auch in solchen Gesprächen wenn sie über ihre Erfahrungen sprechen das ist meistens sehr stressbelastet.
00:14:15: und wie können wir dafür ein gutes Setting schaffen?
00:14:18: Wie können wir da für sorgen dass diese Menschen sich gut und sicher fühlen damit sie gut sprechen können gut nachdenken können und selbst auch sicher sind.
00:14:28: Also damit sie ja nicht in mentale und körperliche Situationen kommen, die ihnen dann in so einem Format einfach gar nicht gut tun.
00:14:39: Ich bin Traumafachberaterin deswegen gucke ich da Traumasensibel drauf.
00:14:44: aber auch der Stressbereich unter Trauma also alles was mit einem hohen Stress einhergeht.
00:14:49: Da haben wir den Fokus darauf zu setzen
00:14:53: Und dazu habe ich auch schon eine Folge gemacht, was man beachten muss.
00:14:56: Weil man auch Betroffene involviert.
00:14:58: also das heißt nicht dass man sie einfach so verplant kann und als selbstverständlich nimmt vom Wegen ja du sitzt jetzt da du bist gerne eingeladen und du erzählst bitte deine ganze Geschichte leglos drei zwei eins so sondern dann muss man natürlich auch nicht nur mit Empathie sondern auch mit Vorbereitung Du hast es schon gesagt mit vorgesprächen.
00:15:17: damit muss muss man rechnen Man muss auch wirklich Sachen absprechen.
00:15:20: Es hilft auch Leute sich vielleicht so ein ganzes Penel mal kennenlernt, weil wenn Kunden auf mich zukommen und sagen du wir hätten gerne einen Penel da ist weiß ich nicht.
00:15:30: Professor XY Frau Doktor So-und-Sodar vielleicht noch ein zwei aus der Industrie oder aus der Selbsthilfe die vielleicht nicht betroffen sind?
00:15:37: Und dann sitzt eine betroffene Person und man erwartet dass man einfach so erzählt das ist ja in Ordnung Wir möchten ja die Bühne geben.
00:15:44: aber was ich immer finde was leute vergessen isst Dass die Betroffende Personen auf der bühne die einzige ist die ihre Lebensgeschichte erzählt, die anderen erzählen vom Beruf.
00:15:55: Das finde ich wird immer vergessen weil der Arzt sagt ja ich habe zehn Cases und er berichtet nicht über persönliche Sachen.
00:16:03: Nicht immer!
00:16:04: Aber die betroffene Person ist die einzige Person, die wirklich über die Gefühlswelt, über die Erkrankung, über diese Symptome, über das persönliche Leben spricht.
00:16:11: und ich finde dass wird immer so... so krass erwartet, um da muss man mal verstehen was die person wirklich... ...durchmacht.
00:16:23: Was es ausmacht?
00:16:24: Weil wie würden wir uns alle fühlen wenn wir meistens vor Publikum einfach diese fragen beantworten würden?
00:16:31: ich denke das ist nicht zu unterschätzen würde ich sagen dass man da viel von den erwartet.
00:16:37: und du hast grad gesagt sicher Unsicherheit auch wenn wir immer sagen ja es ist ähm Wir versuchen das ganz am Partys zu machen, das Gespräch auch wenn ich in Vorgespräche gehe.
00:16:48: Wenn nicht irgendwie gefragt werde ob ich Sachen moduliere möchte ich immer mit den betroffenen Personen sprechen weil... Ich möchte dass die mich einmal hören und wissen wie ich so ticke und umgekehrt genauso Weil das mache ich nicht dass sich auf der Bühne vor Publikum vielleicht noch aufgezeichnet vielleicht noch live im Livestream Die Person ist allererste Mal sehe und sage so erzählen wir mal von deiner persönlichen Geschichte.
00:17:10: Wie war es eigentlich als du so erkrankt bist?
00:17:12: Das, finde ich ist ein bisschen krass.
00:17:13: Und da hab' ich ja schon einen Gefühl von... Also einen Sicherheitsbedürfnis ne?
00:17:19: So das ist natürlich ganz, ganz krass!
00:17:21: Du hast gerade ein wichtiges Wort schon gesagt Traumasensibel.
00:17:25: was macht denn eine oder schräg-schräg deine Beratung?
00:17:29: Traumersensible oder Stresssensibel hast du auch gesagt hilft dir da auch die zweite Frage gleich mit dran dass du selbst auch weißt worums geht weil du bist ja selbst betroffen?
00:17:40: Das hilft mir bestimmt, ja.
00:17:43: Das hilft mich aber mir hilft natürlich auch das Fachwissen drumherum.
00:17:47: also ich bin ja ausgebildete Trauma-Fachberaterin und Sonderpädagogin Also das hilft mir schon besonders.
00:17:54: Und was macht meine Beratung traumasensibel?
00:17:57: Ich kläre vorher immer das Setting ganz klar und bei mir ist das Credo alles kann nichts muss.
00:18:06: Wer zu mir kommt, mit mir spricht, hat immer selber die, wie soll ich sagen... Also selbst in der Hand was hier passiert.
00:18:17: Was gesprochen wird, wann es Pausen gibt.
00:18:20: Entscheidungssoheit?
00:18:21: Die Wahl oder Entscheidungs-Soheit oder so.
00:18:22: ja?
00:18:23: Ganz genau ganz genau.
00:18:24: also bei mir ist das Setting auch so wenn ich vor Ort berate dann lasse ich denjenigen den Platz aussuchen.
00:18:32: Also meistens setzen sich diejenigen, die Beratungen suchen eher zum Ausgang.
00:18:37: Das ist so dieses Gefühl, man kann hier wieder
00:18:39: raus.
00:18:40: Sie dürfen sich dem Platz aussuchen?
00:18:42: Okay das heißt es kündigst du an und... Ah okay!
00:18:46: Ich
00:18:46: mache
00:18:46: einfach ein Test von Regen.
00:18:48: Das merken jetzt glaube ich Menschen, die zu mir kommen gar nicht aber ich weiß warum ich das mache.
00:18:54: also ich sage immer wo möchten sie sitzen?
00:18:55: und viele, die eben auch so Stress erfahren sind Die suchen eher den Platz am Ausgang, damit sie rauskönnten.
00:19:04: Damit Sie fliehen könnten.
00:19:05: Das ist einfach so fürs innere System ein besseres Gefühl zu wissen ich weiß wo der Ausgang ist und ich bin schnell da mir verstellt niemanden weg.
00:19:15: Es ist eine Kleinigkeit.
00:19:19: Ja und einfach...
00:19:20: Auch für das Thema Sicherheit?
00:19:22: Genau!
00:19:22: Sicherheitsbedürftnis.
00:19:23: Ich könnte rausgehen und dann bin die sicher, welche Tüte zu machen?
00:19:26: Voll gut!
00:19:27: Ganz genau.
00:19:28: oder ich schreibe mit und ich gebe im Nachgang immer noch mal schriftlich eine Zusammenfassung, worum es ging.
00:19:35: Denn wenn man über so persönliche emotionale Themen spricht dann kann man sich häufig nicht gut erinnern weil man eben gestresst ist.
00:19:43: Und dann hat man hier gesessen und man hat ganz viele Dinge verstanden und da geht man raus atmet durch, schläft einmal drüber und denkt ach warum gings denn da eigentlich nochmal?
00:19:55: Bestimmt bleibt auch was Hängener, aber ich weiß einfach dass vieles nicht hängen bleibt.
00:20:00: Und da sensibel drauf einzugehen und das einfach zu wissen mitzudenken... ...und damit man sich am nächsten Tag zum Beispiel dann nochmal durchlesen kann worum ging es eigentlich?
00:20:10: Ja voll gut!
00:20:12: Also das sind ja eigentlich auch Grundsätze die ihr oftmals denn machen also auch im privaten Rahmen wahrscheinlich.
00:20:19: Gut ich würde das wahrscheinlich zu Hause nicht fragen willst du heute Abend?
00:20:22: an der Haustür sitzen, vielleicht kann ich es ja mal einführen.
00:20:25: Mal gucken wie reagiert wird?
00:20:27: aber das ist natürlich total wichtig.
00:20:30: glaubst du da sind auch Aspekte dabei die jetzt Fachpersonal morgen auch direkt umsetzen könnte?
00:20:38: weil du wirst es wahrscheinlich auch hören wie ich es auch höre in den betroffenen Geschichten dass es manchmal gar nicht darum geht dass die Herausforderungen in den Symptomen sind oder in der Diagnose suche, klar auch.
00:20:54: Sondern was ich ganz oft höre zu Beginn ist diese Stressbelastung durch Ärzte erst mal finden man wird nicht ernst genommen Man darf keine Fragen stellen und findet keinen Termin.
00:21:07: Ein Aufklärungsgespräch wird nicht als Aufklärung gespricht oder Diagnosengespräch empfunden.
00:21:13: So das ist genau das was du gesagt hast.
00:21:14: Das hör ich im Bereich der Onkologie wo ich einige Projekte gemacht habe aber auch ganz oft ... dass Betroffene gesagt haben, hatte ich das Diagnosegespräch?
00:21:22: Ich kann mich so nicht daran erinnern.
00:21:23: Weil ich habe... Die kann mich nicht dran erinneren, dass es hieß und das ist jetzt die Diagnosis sondern das war wahrscheinlich Reizüberflutung, Informationsüberflütung oder halt nur so quer über den Flur rübergeschrien.
00:21:38: Habe ich auch schon gehört, ne?
00:21:39: So dass Diagnosen somit geteilt werden.
00:21:41: Auch übrigens dann machen sich ja aber noch meinen Termin in der nächsten Woche.
00:21:44: Also das sind ja Sachen oder Aspekte, wo man sagt wunderbar dass du das in deinem geschützten Raum auch machen kannst.
00:21:50: Gott davon müssen so viele profitieren und könnten sich einigen Stück abschneiden.
00:21:54: also gibt es Punkte wo du auch daran arbeitest dass Fachpersonal das auch irgendwie umsetzen kann?
00:22:03: Also wo ich daran arbeite... Ja!
00:22:08: Ich bin eine Person, ich bin so groß geworden.
00:22:11: Ich habe meine Eltern so erlebt, dass sie immer angemerkt haben, wenn was nicht gut gelaufen ist und das Rückgemeldet hat.
00:22:17: Also ich bin ja krank seit ich Kind war, so habe ich es bei meinen Eltern beobachtet und so mache ich dasselbe auch.
00:22:23: Also wann immer mir etwas auffällt sei es jetzt irgendwie im Kontakt mit Medizinanpflegekräften oder auch bei Veranstaltungen melde ich das zurück.
00:22:32: also schon wertschätzend aber mit einem Wunsch eben verbunden Im Sinne vorne ich hab es so erlebt und ich würde mir das und das wünschen.
00:22:39: Und du hast gefragt, was können Fachkräfte direkt umsetzen?
00:22:44: Vieles ist ja auch nicht möglich.
00:22:46: Also ich weiß dass Mediziner auch unter Druck stehen.
00:22:49: Wir haben wahnsinnig viele Patienten, wir haben wahnsicht wenig Zeit und für sie es häufig sind Themen zum Glück ja nicht emotional die für Patienten aber emotional sind.
00:23:02: also da gibt es einfach eine Diskrepanz- und Rahmenbedingungen wie sie sind Aber Fachkräfte schon mitnehmen können, es eine Transparenz zu schaffen.
00:23:13: Es macht zum Beispiel einen Unterschied ob man sich am Anfang mit Namen vorstellt.
00:23:19: Also viele Patienten, selbst wenn sie jemand schon drei, vier, fünf Mal gesehen haben können sich Namen nicht gut merken.
00:23:24: Hat auch mit Stress erleben zu tun also einmal den Namen zu nennen, zu sagen was passieren wird.
00:23:31: ja zum Beispiel wir haben jetzt ungefähr zehn Minuten Zeit uns miteinander zu unterhalten.
00:23:37: Mir ist es wichtig dass wir das und das heute besprechen oder ich möchte von ihnen dies und das erfahren also einen ganz kleinen Rahmen einmal geben Damit vorher klar ist, was passiert hier eigentlich?
00:23:48: Was sind so die Regeln.
00:23:49: Denn Betroffene kennen diese Regeln oft nicht und sie sind auch sehr unterschiedlich.
00:23:54: Also wenn ich irgendwo ankomme darf ich klopfen und darf ich hier fragen muss sich meine Karte in ein Gerät lesen lassen oder muss ich mich irgendwo anstellen?
00:24:03: also diese Dinge sind einfach oft gar nicht kommuniziert und transparent und da gibt es wirklich viele Möglichkeiten trotz der begrenzten Ressourcen auf Fachseite Patienten einfach schon mal reinzuholen, indem man das Setting auch nur minimal transparent
00:24:19: macht.
00:24:21: Ja und ich weiß auch gar nicht ob diese Sachen auch Gespräche verlängern.
00:24:26: also klar wir können jetzt irgendwie das Zeitmanagement oder die dass Patienten aufkommen in Kliniken oder im Praxen nicht verändern.
00:24:31: aber ich denke auch, dass so eine Punkte vielleicht nachhaltiger sind und sich auszahlen bevor man irgendwie wie du sagst jedes Mal wieder aufs Neue verunsichert ist gefühlt bei Null anfängt und man erlebt nur gestresste Ärzte oder Erze erleben nur gestreßte Patientinnen.
00:24:51: Also es geht ja in beide Richtungen, ne?
00:24:53: Wir wollen ja jetzt hier gar nicht irgendwie über die und wir sprechen so wie du es vorhin auch gesagt hast sondern das geht ja auch um das gemeinsame... Da fehlt mir gerade ein was ich auch ganz oft höre.
00:25:03: Ich wahrscheinlich auch ganz often schon selbst gesagt habe ich will das mal mit dir challenging weil jetzt hab' ich dich ja grade hier zu sitzen als Expertin.
00:25:10: Man sagt ganz oft ich möchte oder auf Augenhöhe mit Betroffenen sprechen.
00:25:16: Ich biete die in der Augenhöher an, findest du das Augenhöhen eine Floskel ist?
00:25:20: Es kann vielleicht ein Flosgel sein aber ich finde Augenhöhere wichtig.
00:25:23: Echte Augenhöre!
00:25:24: Was könnte echter Augenhöhr sein?
00:25:26: also können nicht betroffene auf Augenhörer mit Betroffenen sprechen oder Medizin und Betrofener oder da gibt es ja ganz unterschiedliche Konstellationen.
00:25:34: wenn man jetzt auch zum Beispiel weiß ich nicht wenn den Kunden sagen wir plan einen Panel Wir möchten natürlich mit allen auf Augen Höhe sprechen.
00:25:42: Was bedeutet das eigentlich?
00:25:44: Also ich denke schon auf jeden Fall, dass es geht und wichtig ist ein klares Rollenverständnis.
00:25:52: Wir sind nicht auf Augenhöhe weil zum Beispiel Patienten und Mediziner das gleiche Fachwissen haben.
00:25:59: Das ist nicht die Augenhöher sondern wir sind deswegen auf Augenhörer weil jeder seinen Beitrag einbringt und alles gleich viel wert ist also der Medizina oder auch Pflegefachkräfte wichtig und wert.
00:26:14: Und Betroffene haben ihr Alltagswissen, ihr Erfahrungswissen und ihre betroffenen Expertise und das ist eben auch genauso gleich viel wert.
00:26:22: und mit dieser Augenhöhe kann man sich begegnen oder auch Moderatoren.
00:26:26: also du zum Beispiel ja?
00:26:27: Ja genau.
00:26:27: Du hast dich als Moderator vorbereitet, du hast dich eingearbeitet, du hasst ein Interesse und dass von beiden Seiten ein ehrliches Interesse ... an der Expertise des anderen bestehen.
00:26:42: Das ist für mich die Augenhöhe und die funktioniert immer, oder kann... Okay
00:26:46: also nicht unbedingt genau kann, hängt natürlich aber auch immer vom Charakter ab ne?
00:26:51: Aber das finde ich ganz spannend dass du auch sagst und ich kann das super nachvollziehen habe ich ja auch wieder was gelernt,... ...dass es nicht unbedingt bedeutet Augenhöher muss die gleiche Perspektive sein sondern man ergänzt sich.
00:27:01: Also dass man aus den unterschiedlichen Perspektiven in seiner unterschiedlichen Rolle mit den anderen Leuten spricht.
00:27:10: Patient Engagement, das ist schon gefallen.
00:27:12: Das ist so ein auch Marketing-Buswort aber wir setzen es ja auch um.
00:27:17: du sprichst ganz viel mit Betroffenen.
00:27:18: ich versuchte auf der Bühne mit ihnen zu machen woran erkennst du eigentlich dass patient engagement oder patient centricity gut funktioniert, also wo siehst du das?
00:27:30: Wo es auch angebracht ist und gut funktioniert.
00:27:33: Also ich sehe dass wenn Pharma zum Beispiel vorab Umfragen gestaltet und rausfindet was Patienten wollen Also was braucht ihr?
00:27:45: Ich habe zum Beispiel neulich an der Umfrage selber teilgenommen.
00:27:48: Zum Thema wie muss ein Medikament sein, also wie möchten Patienten das zb eingenommen wird?
00:27:56: und was ist dabei wichtig, dass es zum Beispiel nicht eklig schmeckt oder dass man's mitnehmen kann.
00:28:04: Solche Dinge sind total sinnvoll wenn sie denn auch möglich sind in der Umsetzung.
00:28:09: Aber da wirklich zu gucken, was wollen Patienten eigentlich?
00:28:11: Was brauchen Patienten?
00:28:13: Brauchen Patienten jetzt irgendwie noch einen zwanzigsten Flyer wo ihre Erkrankung beschrieben wird.
00:28:18: Vielleicht vielleicht aber auch nicht.
00:28:21: ja vielleicht brauchen wir auch etwas anderes.
00:28:24: Brauchen die also ich bin ja viel auch im Bereich von Menschen mit Nierenerkrankungen und da werden sehr gerne Apps entwickelt jetzt nicht unbedingt von Pharma sondern auch von anderen Unternehmen.
00:28:34: Apps entwickelt für Dialysepatienten Und die haben häufig nur die Aufgabe, die Trinkmenge zu tracken.
00:28:44: Wenn ich so was sehe dann denke ich mir da möchte jemand irgendwie Geld mit verdienen kann er ja machen aber hat sich offensichtlich nicht mal mit drei vier fünf oder zwanzig Patienten unterhalten weil Trinkmenge zu trackern also das ist wirklich so.
00:29:00: die absolute Basis dafür brauchen wir betroffen keine App
00:29:05: ist wie die Pillen-Reminder-App, die es wahrscheinlich fünfzigfach gibt und mir Betroffene so ganz oft gesagt haben ich stelle mich weg.
00:29:14: Dafür brauche ich keine App.
00:29:16: also da gibts halt einige sind natürlich gut aber du weißt was ich damit meine.
00:29:20: ja das ist so die die die Basis.
00:29:24: ja da denke ich auch da hat man nicht mit Betroffenen gesprochen und ich glaube das ist auch nochmal wichtig dass wir das hier klarstellen.
00:29:30: patient engagement heißt nicht einen fertigen Flyer zu zeigen.
00:29:33: Guck mal, was wir gemacht haben.
00:29:35: ist das so in Ordnung?
00:29:36: oder auch patient engagement heißt nicht nur in Anführungsstrichen betroffene weiß ich nicht auf die Bühne einzuladen und mit ihnen zu sprechen sondern auch die Bedürfnisse herauszuarbeiten.
00:29:51: also was fehlt noch ne?
00:29:53: Oder was hätte euch geholfen bei der Diagnose oder mit dem Leben damit und so genau?
00:29:59: Es gibt diesen schönen Satz, den ich immer wieder höre.
00:30:01: Wir haben die Patienten mitgedacht und ich finde das ist kein Qualitätsmerkmal sondern ein qualitätsmal wäre zu sagen wir haben mit den Patienten nachgedacht Und dann entwickelt.
00:30:13: also nicht nur wir haben irgendwie versucht die Perspektive mitzudenken.
00:30:17: Das ist es noch
00:30:18: nicht Ja, genau.
00:30:20: Weil dahinter versteckt ja wir haben versucht so wie Patienten zu denken oder versucht sowie Betroffene zu denken.
00:30:25: aber das ist es eigentlich nicht weil da geht's auch schon wieder am Thema vorbei ne?
00:30:29: Das heißt also Wir sind uns da einig und dass Es auch glaube ich für unsere Zuhörer schafft keine große Neuigkeit dass wir das gut finden das betroffende mit involviert werden.
00:30:38: Und es gibt hier auch die unterschiedlichsten Arten von Formate Veranstaltungen Panels Workshops Adboards you name it.
00:30:46: ja Also ganz ganz viel Und da hast du mir auch im Vorfeld so ein Hinweis gegeben, der Zeitpunkt wo so eine Patientenperspektive oder betroffenen Perspektiven gezeigt wird ist entscheidend.
00:30:58: Also was glaubst Du?
00:31:00: Oder erzähl uns gerne, was das bedeutet.
00:31:02: Wann glaubst du es so einen Patientenbeitrag relevant oder nachhaltig dass es auch die Menschen erreicht, die eigentlich in Publikum sitzen und hoffentlich sitzen bleiben?
00:31:12: Was ich oft beobachte... Ich besuche ja auch häufig Veranstaltung, wo Patienten mit eingebunden sind.
00:31:20: Also sei es von Pharma oder von Unikliniken oder von großen Zeitschriften, so ganz verschiedene Sachen und ich erlebe immer wieder – und das ärgert mich auch – dass Patientenbeiträge ganz am Ende vorkommen.
00:31:39: Und die Situation, die sich daraus häufig ergibt ist die, dass Fachpersonen das dann nutzen, als schon mal Kaffeepausen machen oder schonmal früher den Zug nehmen.
00:31:51: Weil es ist auch bekannt dass die Patienten am Ende sprechen.
00:31:54: Entsprechend können sich Teilnehmer auch einfach schon einen früheren Zug buchen weil das häufig dann als nicht mehr so relevant angesehen wird.
00:32:04: und jetzt kann man natürlich indem man diese Beiträge vorzieht kann man nicht verhindern, dass einzelne Leute vielleicht trotzdem rausgehen und einen Kaffee trinken.
00:32:13: Aber es ist schon ein Zeichen was man gibt wenn man sagt die Betroffenen um dies hier eigentlich geht, die lassen wir ganz am Ende sprechen Und wir lassen sie auch den ganzen Tag mit dem Stress Dass Sie den ganzen tag aufgeregt sind das sie ganz
00:32:28: spät
00:32:29: noch dran sein werden Wenn sie auch selber schon kaos sind von ihren Inhalten.
00:32:36: Also muss ich so wirklich sagen, das finde ich nahezu respektlos.
00:32:39: Patienten wie du schon gesagt hast die auch diesen großen emotionalen Teil der Veranstaltung tragen dann noch ganz ans Ende zu setzen, finde ich geht gar nicht.
00:32:50: Ich würde mich auch weigern wenn man mich anfragen würde als Letztes zu sprechen.
00:32:54: Ja und ich bezweifle auch dass wir vielleicht Betroffene gefragt worden sind.
00:32:58: also wann möchtet ihr denn am liebsten gerne?
00:33:00: Wie ist es auch die Tagesform?
00:33:03: Das hatte ich zum Beispiel auch mal bei einer Veranstaltung.
00:33:05: Es ist ja auch manchmal abhängig von Erkrankungen, da haben wir mit Sparkensornbetroffene gesprochen.
00:33:11: Die haben On- und Off-Phasen!
00:33:13: Da können wir uns nicht darauf verlassen dass es irgendwie... Also da wird genau das eintreten was du sagst wenn wir sie ganz zum Schluss erst planen und so dann sind die wahrscheinlich so in ihrer Aufregung und kommen dann wahrscheinlich in eine Phase die sehr belastend ist und wo sie denn auch blockiert.
00:33:30: Da kann man nicht verlangen jetzt kommt mal auf die Bühne oder kommt mal dort hin, wo ihr sein sollt und liefert mal ab.
00:33:38: So funktioniert das nicht.
00:33:39: Ich bin total bei
00:33:41: dir.".
00:33:42: Ja
00:33:43: und ich denke es ist auch wichtig zu klären dieses Publikum was da sitzt.
00:33:50: Ist das eigentlich ein Publikums, was Betroffene auch anhören möchte?
00:33:54: Denn klar aus betroffenen Sicht wünsche ich mir natürlich... Das Fachpublikum sich auch dafür interessiert, die Belager der Betroffenen selbst anzuhören.
00:34:04: Aber das lässt sich nicht erzwingen und ich denke dann ist es wichtig darüber zu sprechen ... Ist es ein Publikum wo das passt?
00:34:15: Oder finden wir ein Thema wo ein Betroffener drüber spricht was dann zu dem Publikuum passt weil Betrofene einbeziehen um betroffene Einwitz zu beziehen?
00:34:26: Damit kriegen wir auch noch nichts gelöst.
00:34:28: Also es ist schwierig, also von mir auch nicht zu Ende gedacht aber da auch irgendwie mitzüberlegen.
00:34:35: passt das hier, passt das Publikum zu den Redebeiträgen eigentlich?
00:34:39: Und ein großes Thema oder zwei große Themen bei dir sind ja auch Selbstwirksamkeit und dieses Mitentscheiden.
00:34:47: Es gibt ja auch Erkrankungen... Du bist da selbst als ... oder seit deiner Kindheit auch erkrankt du, lebst mit dieser Erkrankung gerade auch in der Transition.
00:34:58: Wenn Kinder zu jung Erwachsene werden wo auch das Leben Kopf steht, wo man ganz viel ausprobieren will da ist man ja sowieso ständig im Selbstfindungsprozess würde ich mal sagen also so die Pubertät die ist natürlich auch sehr... Also schon alleine, was im Körper los ist und was im Körper abgeht.
00:35:17: Ist natürlich auch sehr, sehr spannend und sehr wild.
00:35:22: Meinst du so das Selbstwirksamkeit?
00:35:25: Auch etwas mit dem Krankheitsverständnis oder der Atarenz etwas zu tun
00:35:31: hat?
00:35:32: Ja ganz stark!
00:35:33: Ganz stark genau.
00:35:34: also habe ich auch vorhin gedacht wenn... Vordere das oder naja, vordere ja schon.
00:35:43: Oder wenn ich mir wünsche dass Mediziner zum Beispiel auch so eine Transparenz in ihre Termine geben also vorher nur viel klar machen worum geht es hier dann ist das nicht nur ein Wunsch damit Patienten irgendwie emotional besser geht sondern das ist auch ein Ziel die Attirens zu stärken.
00:36:02: klar Also in dem Moment wo Betroffene gut einbezogen sind, wo sie verstehen worum es geht.
00:36:08: Wo sie verstehen warum sie was tun sollen da werden sich auch besser an ihre Therapie zum Beispiel halten.
00:36:16: von daher ganz wichtig und in der Transition wie du sagst also wenn Kinder zu jungen Erwachsenen werden Es ist genauso wichtig sie eben einzubeziehen auf Augenhöhe Und ihnen das zu zutrauen und aber auch zuzumuten Was sie schon können, denn es fällt Eltern ja auch wahnsinnig schwer und auch nachvollziehbarer Weise bei ihren chronisch kranken Kindern mehr und mehr aus der Verantwortung rauszugehen oder vielleicht in die zweite Reihe zu gehen.
00:36:46: Aber heranwachsende brauchen das eben ganz dringend weil sie sich auch um ihre eigenen Belange kümmern können müssen.
00:36:52: Passt doch wieder zum Thema Sicherheit.
00:36:53: Also Selbstwirksamkeit fördert vielleicht auch die Sicherheit definiert ein Sicherheitsbedürfnis oder das Sicherheitsverständnis macht ja irgendwie total Sinn.
00:37:04: also wenn man auch weiß, wer ich bin wie ich leben möchte was das bedeutet.
00:37:10: Man kennt die Herausforderungen und man kennt die Konsequenzen, man kennt seine To-dos dann... kann man sich wahrscheinlich auch gut abgrenzen und kann vielleicht sagen, das brauche ich.
00:37:20: Das brauche nicht.
00:37:20: Das möchte ich nicht so funktioniere Ich nicht gut und so funktionier ich aber besser.
00:37:24: also ich glaube dann kann es vielleicht auch besser formulieren sind das auch Aspekte?
00:37:28: So stelle ich mir das vor die man in deinem Coaching mit deiner Beratung auch gemeinsam heraus arbeitet fürs Leben.
00:37:37: Du meinst solche Transitionsaspekte oder meinst du im Sinne von selbstwirksam sein
00:37:45: Ja, sowohl als auch.
00:37:45: Also ich würde sagen so das Erkennen der Selbstwirksamkeit oder die Stärkung beinhaltet ja vielleicht auch die Begleitung in der Transition.
00:37:53: So hätte ich mich zwar vorgestellt mitunter.
00:37:56: Ja also das große Ziel
00:37:59: ist diese Selbstwirksamkeit.
00:38:01: Also Transition würde ich jetzt nochmal rausnehmen als Thema.
00:38:04: aber Selbstwirksomkeit ist im Grunde das Thema was immer mitschwingt.
00:38:10: Es ist an sich schon Menschen die sich Unterstützung suchen was ja wirklich nicht leicht ist, viele Menschen suchen sich gar keine Unterstützung.
00:38:20: Wenn jemand an dem Punkt ist, sich Unterstützung zu suchen dann ist das schon erstmal ein richtig toller Aspekt von Selbstwirksamkeit und aktiv werden für sich einstehen.
00:38:30: Und am Ende steht Selbstwirksamkeit immer im Mittelpunkt.
00:38:35: vielleicht nicht, aber es ist was, das immer mitläuft.
00:38:38: Also wie kann ich eigentlich meine Themen selbst anpacken?
00:38:42: Wie kann ich selbst handlungsfähig werden?
00:38:46: und dem gegenüber steht ja so die Ohnmacht, die eben auch ganz häufig mit Erkrankungen einhergeht.
00:38:54: also da passieren einfach Dinge.
00:38:57: Wir sind Situationen, wir Betroffene sag' ich jetzt mal Situation ausgesetzt Entscheidungen, die getroffen werden müssen.
00:39:05: Und da was entgegenzusetzen und zu gucken wo bin ich handlungsfähig?
00:39:08: Wo kann ich selbst aktiv sein?
00:39:10: Wo können ich selbst Entscheidungen treffen?
00:39:13: Das ist vielleicht auch noch ein schöner Aspekt aus dem Thema Kommunikation oder auch Moderation transparent zu machen dass mein Gegenüber die Entscheidungsmöglichkeit hat also immer zu zeigen, du kannst A oder B sagen.
00:39:34: Du kannst hier selber den Fortgang mitgestalten.
00:39:39: Du kannst auch Fragen stellen.
00:39:41: Also du bist her der Situation und gestaltest hiermit also den Rahmen dafür.
00:39:48: immer sehr offen gestalten und so wenig einschränken wie möglich um diesen Trigger das ist eigentlich nicht ganz der richtige Briefe, falls es wirklich ein Fachwort ist.
00:40:02: Aber diese Vorstellung oder diese Wiederinnerung an Ohnmacht so klein wie möglich zu halten?
00:40:12: Alles was Ohnmächtig machen könnte mitzudenken und rauszulassen.
00:40:17: Das muss vor die Tür, so wie man sich auch dem Platz erwählen kann.
00:40:21: Nina, wie wichtig ist eigentlich Humor bei deinen Coaches zusammen?
00:40:28: Ich bin jetzt froh, dass du sagst mit meinen Coaches.
00:40:31: Humor ist ja eine sehr individuelle Sache.
00:40:33: Manche Leute sind humorvoll und manche können das nicht so.
00:40:37: Für mich persönlich ist es super wichtig also mir wichtig aber es entspricht mir zum Glück auch als Person.
00:40:46: ich finde wir können über so ziemlich alles lachen und Lachen befreit.
00:40:54: Und das Schöne ist, Lachen senkt auch den Stressfaktor.
00:40:57: Also von daher ist Lachen und Humor auch richtig gesund, gesundheitsförderlich.
00:41:05: Ich selber bin der Ansicht dass es wirklich helfen kann.
00:41:09: Ja ich mache selber Improvisationstheater.
00:41:11: Das ist so meine super
00:41:13: Kraft.
00:41:13: Super kraftig!
00:41:16: Viele Leute gehen gar nicht gerne auf die Bühne und sagen Gott das geht gar nicht.
00:41:20: Aber wer auch nur ein kleines bisschen sich vorstellen könnte, im Pro-Mail auszuprobieren.
00:41:24: Ich kann es total empfehlen ist wirklich... ...ein toller Skill fürs Leben!
00:41:30: Ob mit oder ohne chronische Erkrankung?
00:41:33: Ja, kann man ein bisschen Schlagfertigkeit trainieren.
00:41:35: also ich sehe das genauso und schaue mir das auch gerne an.
00:41:37: Ich selbst habe es auch noch nicht gemacht aber vielleicht kommt das mal auf die Liste.
00:41:40: Ich konnte mich das sehr gut vorstellen und finde aber genau diese Punkte auch wichtig auf der Bühne.
00:41:45: Ich merke dass manchmal Auftraggeberinnen so'n bisschen Angst Angst ist auch ein großes Wort.
00:41:52: Skeptisch dem Thema Humor gegenüberstehen, weil sie vielleicht Angst haben... Jetzt habe ich schon wieder Angst gesagt dabei hier bleibe ich dabei, dass sie vielleicht angst haben das es so zu albern wird.
00:42:01: aber ich finde genau es darf auch mal gelacht werden auf der Bühne wenn man mit Betroffenen über ein ernstes Thema spricht.
00:42:08: also ich finde das stießt sich ja nicht aus beziehungsweise geben das doch meine Gesprächspartner gegenüber vor.
00:42:16: Das kann ich ja manchmal gar nicht als interviewende Person, der gar nicht einschätzen und steht mir auch nichts zu sagen.
00:42:23: Nein um Gottes Willen!
00:42:24: Also das muss jetzt traurig sein bitte hier aufzulachen.
00:42:26: also es passiert ja auch was ganz wichtig ist weil ich auch immer dafür einstehe die... ... betroffene Person, dort ist ja nicht die Diagnose.
00:42:36: Sondern es ist... Die Mutter der Vater der Bruder keine Ahnung, die Kollegin also ein Mensch,... ... der so viel erlebt hat, der soviel mehr ist als nur eine Diagnosis sondern auch ganz viele Rollen hat.
00:42:46: Wir haben vorhin schon über Rollenverständnis gesprochen.
00:42:48: von daher... würde ich immer gerne sagen traut euch mehr einfach so zu sein und... ... Situationskomik ist doch das allerbeste was passieren kann!
00:42:57: Wie hast du gesagt?
00:42:57: Das sind den Stressfaktoren
00:42:59: ne?!
00:42:59: Ich wollte gerade fragen, wie geht es dir denn mit Humor?
00:43:01: Also wenn du Humor vielleicht sogar auch bewusst einsetzt als Moderator.
00:43:05: Wie fühlst Du Dich, wenn Du Humor nutzen kannst?
00:43:07: Das ist auch ein Tool glaube ich.
00:43:08: das ist irgendwie in mir.
00:43:09: Ich kann damit ganz gut umgehen und ich kann auch über mich selbst gut lachen.
00:43:13: Vielleicht ist das was absolut hilft.
00:43:15: also auch wenn mir etwas passiert oder... Ich glaube, es wird mich jetzt nicht stressen wenn ich jetzt irgendwie auf die Bühne stollpere und mir würde das Mikrofon runterfallen.
00:43:24: Ich glaube ich würde irgendwie lachen und noch einen Spruch dazu machen und also für mich wäre der Tag nicht verloren soll ich sagen so jetzt fangen wir richtig an!
00:43:31: Also das passt ganz schön.
00:43:33: Es ist natürlich auch ein schmaler Grad aber ich finde man hat das irgendwie im Gefühl Und wenn das Bauchgefühl etwas sagt man kann auf etwas... ... was lustig ist und gesagt wurde eingehen, dann ist es doch schön.
00:43:43: Und man merkt doch aber auch glaube ich... ...und ich würde auch sagen viele Betroffene sind auch so stimmungssensibel.
00:43:49: Man merkt noch is da Raum bereit dafür?
00:43:52: Lacht das Publikum doch ein bisschen also nicht im Sinne von Auslachen sondern freuen sich damit.
00:43:57: oder man sieht's ja auch non-gawal wenn Leute einem so zunicken und lachen und grinsen oder sich freuen oder applaudieren.
00:44:05: Und so verstehe ich, glaube ich habe auch schon mal in einer Folge gesagt.
00:44:09: Ich verstehe mich ja auch als Gastgeber also mit mir steht und fällt ja auch die Atmosphäre finde ich.
00:44:18: So!
00:44:18: Und ich kann auch genauso einen Weinen zu lassen das finde ich nicht unangenehm.
00:44:24: Ich kann auch Stille zu lassen.
00:44:26: Aber ich glaube, so ein flotter Spruch hilft mir immer sehr und der ist auch irgendwie in meinem Kopf.
00:44:31: Also mir hilft das auch.
00:44:33: Und ich finde dann ist es auch weil's ja auch ein schönes Gespräch ... ... ist, dann!
00:44:37: Weil es ist ja in der Regel auch für was Gutes.
00:44:41: Wir treffen uns ja meistens auf Formaten oder Events wo es genau darum geht, das echte Leben zu zeigen und da gehört für mich eine Bandbreite dazu.
00:44:48: Ja aber ich finde, ich machs mir dadurch auch ein bisschen leichter also auch im Alltag.
00:44:52: Mir hilft das enorm... Und ich finde aber auch, das fällt mir jetzt gerade nochmal ein.
00:44:56: So wenn ich an so kleine Alltagssituationen denke du hast schon gesagt beim Bäcker oder wie auch immer, wenn man auch irgendwie mal so bisschen lustig ist, ist man ja gleichzeitig auch freundlich.
00:45:08: und das gibt mir immer mehr und ich merke da kriege ich auch immer mehr zurück weil dann kriegt man freundliches Gesicht zurück oder einen Lachen oder einen Spruch.
00:45:18: Was strahlt das von dem Gegenüber?
00:45:22: Jetzt haben wir beide eine Situation erlebt, wo wir einfach ein bisschen geschmunzelt haben.
00:45:27: Wie gesagt, es soll jetzt nicht heißen man macht sich über etwas lustig oder man veräppelt jemanden oder man macht's irgendwie albern sondern es geht ja auch um die Augenhöhe wenn die Rollen klar sind.
00:45:42: Ich fände es jetzt ganz spannend, mal von dir zu hören.
00:45:45: Ich stelle mir das so vor und erzähl mal ob das so stimmt... ich stelle es mir einfacher vor Humor oder ja irgendwie über witzige Sachen mit Betroffenen zu sprechen als wenn ich jetzt einen Panel habe und da hab' ich Fachleute und Betroffene Und ich stell es mir einfach hervor als Moderator mit den betroffenen Witze zu machen weil vielleicht die Fachleuten doch eher Sorge haben, dass sie irgendwas falsch sagen.
00:46:13: Vermute ich das richtig oder erlebst du das anders?
00:46:16: Absolut weil die Fachvortragen nennen so nenn ich sie mal geeicht auf ihrer Powerpun-Präsentation sind und auf ihre Fakten.
00:46:23: wenn ich mit den Betroffenen spreche und da haben wir wieder jetzt schließt sich der Kreis Nener weil ich habe im Vorfeld mit dem Betroffene gesprochen.
00:46:30: Sie kennen mich, sie kennen meine Stimme.
00:46:32: Wir haben auch Themen zum Beispiel schon vorgesprochen Was sind No-Gos, so worüber können wir sprechen?
00:46:38: Und wenn ich weiß dass ich mit Betroffenen über Thema XY sprechen kann dann spreche ich aber auch darüber und über alles.
00:46:44: Und muss nicht vorsichtig sein sondern da fällt ein flotterspruch auch schon mal... Also nicht nur bei mir!
00:46:51: Ich kriege ja ganz oft aber auch Hinweise oder beziehungsweise Witze von den anderen wo ich mir denke Nicht schlecht Darüber kann man auch wirklich schmunzeln und dazu fällt mir was ein.
00:47:02: Warum fällt mir das leichter?
00:47:03: Glaube ich weil zwei Menschen gerade sprechen.
00:47:07: Wenn ich zum Beispiel bei einer Patientenveranstaltung bin, wo auch Fachvorträge kommen habe ich immer oder anders nochmal... Ich spule kurz zurück.
00:47:18: Ich muss bei so einer Veranstaltung meine Rolle ändern.
00:47:22: Ich habe unterschiedliche Rollen.
00:47:24: Ich hab den auch so manchmal Namen gegeben.
00:47:26: Liebe Grüße an meine Coachin Miria wenn die das hört.
00:47:28: Die hat das nämlich mit mir zusammen erarbeitet.
00:47:31: was hat mir wirklich geholfen?
00:47:35: Mit betroffenen Sprechen bin ich glaube ich Matthias, dann bin ich der mit jemandem redet und da treffen sich wahrscheinlich zwei Menschen.
00:47:41: Wenn ich jetzt weiß ich nicht die Eröffnungsworte dem Professor überlasse, bin ich nur eine anmoderierende Person.
00:47:48: Da mach' ich nicht... Und jetzt kommt der Professor jetzt!
00:47:52: Also da versuche ich nicht krampfhaft irgendwas Lustiges zu machen.
00:47:55: Wenn Ich merke, da sind jetzt irgendwie drei unterschiedliche Meinungen, dann habe ich Sonne, dann hab' ich ne Markus Lanz Rolle.
00:48:00: Zum Beispiel, wenn ich irgendwie nach einer halb- stündigen Pause komme und da kommen jetzt nochmal drei Fachvorträge versuche ich das nicht zu machen.
00:48:09: Dass ich irgendwie nur eine Agenda vorlese dann muss ich weiß nicht den Thomas Gottschalk rausfohlen also dann brauche es Showmaster-Elemente.
00:48:16: Also ich habe manchmal unterschiedliche Rollen die mir denn auch einiges zugestehen und noch nicht.
00:48:22: Und ich glaube mit betroffenen Sprechen ist es... Da trifft Mensch auf Mensch.
00:48:26: ... die Vorgespräche gemacht haben, ... ... die ein Gefühl für die andere Person haben.
00:48:33: Und ich habe selten... zum Beispiel kriege ich die Frage oft gestellt,... ... auch von Kunden oder von Interessierte,... ... wollen Betroffene über alles sprechen?
00:48:44: Oder krieg ich offene lange Liste mit was nicht geht?
00:48:46: Das bekomme ich so selten weil alle sagen, ... ..."Ich sage alles".
00:48:50: Ich sag, frag mich alles!
00:48:52: Es sagen so viele und das nutzt man ja nicht aus.
00:48:55: aber es ist eher eine... Eine Einladung, da sind Menschen, die sind wach interessiert.
00:49:01: Die sind sich ihrer Rolle auch bewusst oder deren Rolle bewusst und möchten sagen ich bin ja dafür da dass die Industrie lernt das Pharma lernt Das andere Betroffene lernen Dass ihr versteht dass wir nicht noch den zwölften Flyer brauchen sondern so, dass er zu so und so mit uns umgehen usw.
00:49:19: Ich sehe immer in wache und klare Augen das finde ich immer richtig inspirieren weil ich kann ja nur so gut sein wie die Inhalte tatsächlich auch sind und von daher stimme ich dir zu vielleicht ist es auch so mein ... ich plaudere lieber mit Betroffene tatsächlich auch Ja Und ich komme ja aus... ... will ich noch hinzufügen, gerne.
00:49:43: Ich komme ja auch aus dem sozialen Beruf, ne?
00:49:45: Das habe ich letztens auch mit einem Kollegen... ... einen ehemaligen Kollegen besprochen.
00:49:50: Da ging es irgendwie so darüber, dass wir in einer großen Gruppe... ...so identifiziert worden sind, irgendwie... Wir haben immer den ganzen Raum im Blick,... ...wir haben die ganze Stimmung im Blick..., ...wir haben das und das im Blick.
00:50:01: Und dann haben wir gedacht, weil wir so geeicht worden sind... ...in der Lehre und im Studium,... ...So Krankenbeobachtung!
00:50:08: Ich glaube, das ist auch nochmal ein Thema.
00:50:09: Wir haben glaub ich so'n Gefühl.... ... so für Menschen.
00:50:17: Und es hilft mir, glaube ich.
00:50:19: Ja super!
00:50:20: Es gibt ja genauso weil wenn du so ausgebildet bist hast du ja genau so ein Gefühl und... Du bist ja glaube ich also wir in unseren Jobs.
00:50:27: Ich glaube nicht dass wir irgendwie Elefanten im Portolan Laden sein können das sind wir einfach nicht sonst würden wir auch glaube ich nicht so gut sein.
00:50:34: Ich glaube das ist keiner Das sind manchmal Vortragende, wo du denkst.
00:50:40: Gut dass die nun einen Vortrat haben und nicht mit uns sprechen.
00:50:42: Das denke ich wirklich manchmal ganz oft.
00:50:44: Aber es ist ja auch in Ordnung.
00:50:45: Ja?
00:50:46: Aber ich glaube wir sind so feinfühlig das wahrscheinlich schwierig zu erklären aber mir hilft das... Ich meine du bist ja auch eine Expertin.
00:50:54: Mir hilft das auch als ehemaliger Krankenpfleger mit Menschen zu sprechen weil ich genau weiß wie man auf Menschen zugeht.
00:51:03: Die verletzlich sind.
00:51:04: ne?
00:51:07: Eine sehr passende Kompetenz für das, was du tust.
00:51:10: Schon!
00:51:12: Ich wollte noch
00:51:12: mal darauf einigen... Das macht ja auch Spaß und das sehe ich dir ja auch an genau.
00:51:16: Wir meintest gerade dass diese Betroffenen häufig sagen, ich erzähle alles und da viel mir noch etwas zu einen.
00:51:24: also das sind ja oft auch einfach spezielle Personen.
00:51:28: also wer bereit ist sich auf eine Bühne zu setzen und dazu erzählen der ist dann eben oft auch bereit.
00:51:33: in diesem Sinne ich erzähl alles Und da gehe ich noch mal so ein bisschen zurück auf Dinge, die ich so erlebe.
00:51:43: Zu wissen derjenige ist bereit mir alles zu erzählen und trotzdem sensibel damit umzugehen und so erlebere ich dich auch eben trotzdem nicht alles zu fragen.
00:51:52: Was ich tatsächlich häufig erlebe in Moderationen, die Ich dann an dieser Stelle zumindest nicht so gut finde dass Moderatoren gerne so ganz gefühlige Aussagen haben möchten, weil es natürlich auch gut ankommt.
00:52:06: Also das ist gut klickbar, das ist schön für... ja also einfach emotionalisierend.
00:52:13: und wenn dann solche Fragen kommen wie zum Beispiel kürzlich ganz so lange her.
00:52:18: Von ein paar Monaten war ich bei einer Veranstaltung, der erzählte eine Mutter von einem chronisch kranken Kind wie schwer der Alltag ist und was sie alles zu bewältigen hat.
00:52:30: Und ich fand das wirklich enorm, wie sie es geschafft hatte auf der Bühne zu stehen und über diese wahnsinnig persönlichen Dinge zu sprechen.
00:52:37: Und dann fragt ihre Moderation welche Gefühle gehen denn da mit ihnen einher?
00:52:43: Wenn Sie so etwas erleben, wie fühlt sich das für Sie an?
00:52:46: Und da habe ich gedacht, das finde ich zu heftig.
00:52:50: Das finde ich zutief.
00:52:51: Ja?
00:52:52: Also wenn jemand schon so bereit ist und das so schafft es zu erzählen dann muss sich eigentlich nicht nochmal so heftig emotional bohren denn ich hab's ja schon darüber haben wir jetzt schon öfter gesprochen.
00:53:03: Ich hab' sie ja schon mit einer wahnsinnig emotionalen Situation zu tun und das finde
00:53:11: Ich finde auch, es braucht keine extra Frage.
00:53:13: Wie fühlt man sich dabei?
00:53:14: Weil wenn man dazu hört dann weiß man was das auslöst.
00:53:17: Also ich habe gerade so überlegt Gott hoffentlich sagt jetzt Nina nichts was ich vielleicht gefragt hätte.
00:53:22: aber ich würde ihr fragen also verstanden Was gibt dir Mut?
00:53:27: Also was hält euch zusammen oder wie bla bla bla?
00:53:31: Ich kenne natürlich die Geschichte nicht und das ist wahrscheinlich auch schwierig beizubringen.
00:53:39: Natürlich ist immer auch ein bisschen Handwerk mit dabei, aber ja.
00:53:44: Und du sagst es wahrscheinlich auch weil du vermutest dass vielleicht die betroffene Mutter das wahrscheinlich auch so empfunden hat, vielleicht?
00:53:52: Ja ich denke mir also, wenn man dann hin und was nimmt man da raus wenn man denn immer noch jemanden weiter runterzieht ne?
00:54:02: Das ist ja auch, weil ich denke mehr auch immer das muss auch wieder aufgefangen werden!
00:54:06: Du musst daraus ja auch etwas machen Und du kannst ja auch nicht sagen, wie sind die Gefühle.
00:54:11: Also das merke ich zum Beispiel wenn ich irgendwie sehe okay da sind jetzt irgendwie noch so drei oder vier Minuten und man stellt so eine große Frage dass dafür eigentlich gar keine... also für diese Emotionalität und für die tiefer gar keine Zeit mehr ist weil da denke ich mir dann schon lieber eine ganz kurze geschlossene Frage als wären du das zulässt und abreißt?
00:54:28: Weil da kommt man nicht wieder raus!
00:54:30: Also nicht schauen wir einen.
00:54:30: daraus finde ich.
00:54:31: Finde ich schwierig.
00:54:33: Ja und nach Emotionen zu fragen benötigt auch beim anderen sich in die Emotionen rein zu fühlen.
00:54:40: Und wenn es vielleicht gerade gut geklappt hat, über die Inhalte zu sprechen also auf der Inhalts-Ebene zu sein weil man das eben auch übermitteln möchte und dann aber so auf diese emotionale Ebene ja förmlich schon gezwungen wird Man kann sich das ja immer noch raussuchen.
00:54:54: Aber wenn man darauf antworten möchte muss man eigentlich ins Gefühl gehen um zu wissen welche Gefühle damit einhergehen und dass ist schon nochmal eine extra Entscheidung ob der Betroffene oder Angehörige war es jetzt in dem Fall, dass eigentlich möchte und dann auch vor so großem Publikum.
00:55:09: Und da finde ich das schön wie du es jetzt so vorgeschlagen hast wirklich ins positive auch zu fragen.
00:55:15: Zu sagen was gibt euch Kraft?
00:55:17: Was macht euch Mut?
00:55:18: Das ist ja immer ein schöner Abschluss.
00:55:22: Ja, weil ich zeige ja keinen Spielfilm von der betroffenen Person, wo es wirklich ganz traurig sein muss.
00:55:27: Sondern wie gesagt was soll denn daraus entstehen?
00:55:29: Also was möchten wir dann zeigen?
00:55:31: und das sollte auch etwas Positives sein um was ich auch seit ein paar Jahren mache Auch wenn das manchmal gar nicht ist glaube ich überlegt gerade ob es jemals angewandt wurde.
00:55:42: aber egal wie groß wie klein wie tief gründlich das Gespräch ist Ich mache mit den Betroffenen immer einen Kotwort aus.
00:55:49: die dürfen sich einen Kot Wort aussuchen.
00:55:51: keine Ahnung schere Gummibärchen war mal ein Wort, das fand ich ganz gut.
00:55:56: Wenn das gesagt wurde ist für mich ein Zeichen... Ich höre sofort auf mit dieser Frage oder diesem Thema und Kunden haben gesagt ja was wenn die Person das sagt?
00:56:07: Wie fängst du denn das auf?
00:56:08: Das ist doch ein starkes Zeichen wenn ich sage!
00:56:10: Und jetzt meine Damen und Herren haben sie einen Kotwort gehört.
00:56:14: Man kann es natürlich auch erklären, das finde ich total toll.
00:56:16: Ich würde da ja nicht lügen oder mir was ausdenken, sondern das finde ich irgendwie auch ganz erklärbar.
00:56:23: Wenn man mal sagt... Man ist ja nicht immer in der gleichen Verfassung und man merkt vielleicht erst in Sekunde fünf im Gespräch vom Wegen.
00:56:30: Boah!
00:56:31: Ich möchte aber hoffentlich spricht er jetzt nicht das Thema an weil es ist mir gerade heute doch zu deep.
00:56:35: Dann darf man sagen Umiwächen?
00:56:38: Und dann weiß sich alles klar kein Problem entweder zur späteren Zeit oder auch nicht.
00:56:43: so Mensch Nina.
00:56:45: Eine Stunde sitzen wir jetzt schon hier.
00:56:47: Ich habe gesagt, komm wir machen ein kurzes Gespräch das finden wir raus.
00:56:50: aber ich denke entweder musst du noch mal wiederkommen oder... Wir müssen ja das irgendwie aufteilen.
00:56:58: Ich könnte noch stundenlang mit dir sprechen aber ich möchte es gut portioniert hier haben.
00:57:02: aber ich bin so dankbar dass Du mein erster Gast warst und würde gerne noch von dir wissen werden jetzt die gesamte Healthcare-Branche zuhört, was sie ja tut.
00:57:13: Tatsächlich machen wir uns nichts vor.
00:57:15: Was sollte die Gesundheitsbranche nach diesem Gespräch wirklich verstanden haben?
00:57:22: Sehr schön wäre es wenn Sie spätestens nach dem Gespräch verstehen und umsetzen würde Betroffene immer mit einzubeziehen von Anfang an.
00:57:33: Das fängt mit der Planung an.
00:57:36: Also in die Planung einbeziehen, zu Themen Einladungen, Vorbereitungen, Ankommen, Ablauf und vielleicht sogar noch im Anschluss nochmal offen fragen.
00:57:50: Was kann man noch besser machen?
00:57:52: Also einfach den gesamten Prozess betroffene Beziehen und wie wir es gesagt haben auf Augenhöhe anfangen.
00:58:00: Das wäre sehr schön!
00:58:01: Ich danke dir, dass du da warst.
00:58:02: Es hat mich so sehr gefreut, dass Du mein erster Gast warst!
00:58:05: Vielen vielen Dank für Deine Zeit Nina.
00:58:08: Vielen Dank, es hat mich auch sehr gefraut und wer Kontakt mit mir haben möchte, koche gerne auf chronisch-gut-beraten.de.
00:58:17: Das hast du mir abgenommen das habe ich mir hier auch aufgeschrieben.
00:58:19: Das wollte ich auch sagen denn ich sprach heute mit Nina Steinborn und was wir unbedingt mitnehmen sollten, ist auch zu Augenhöhe gehört ein klares Rollenverständnis.
00:58:32: Was mir auch gut gefallen hat der Hinweis dass wir immer unsere Namen nennen sollen also immer wieder das erneute vorstellen sondern das hilft.
00:58:39: es sollte nicht nur Ärzte machen.
00:58:41: Dass Patientenbeiträge nicht zum Schluss gezeigt werden sollen sondern lasst sie doch am Anfang zeigen oder fragt die Betroffenen und was ich auch ganz toll finde habe ich mir auch nebenher notiert Nina Lachen Freit und senkt Stressfaktor.
00:58:56: Damit machen wir jetzt weiter, aber allerdings offline!
00:58:58: Und ich würde mich freuen wenn ihr uns sagt wie ihr das gefunden habt.
00:59:02: ein weder schaut ihr vorbei auf chronisch-gut-,minusberaten.de und schreibt dann in einer eine E-Mail oder eine Nachricht zu dieser Folge oder ihr macht es auf Matthias-Furcht.de Oder auf Instagram oder LinkedIn.
00:59:14: das werde ich alles in die Shownotes legen.
00:59:16: da dürft ihr nachgucken und ich freue mich wenn ihr nächstes mal wieder mit dabei seid.
00:59:21: Ich muss noch mal schauen wer dann zu Gast kommt oder ob es nochmal eine einzelne Folge, eine Einzelfolge mit mir gibt.
00:59:28: Das gilt es herauszufinden bis zum nächsten Mal.
00:59:31: Tschüss!
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